MTHC-Cup 2006 (Fotos, Ergebnisse)
Die Wiederholung des Unmachbaren oder des Rätsels Lösung!
Wer meint, mit uns auf dem Platz konkurrieren zu wollen, leidet nach den Erfahrungen der letzten Jahre sicherlich nicht an mangelndem Selbstvertrauen. Wer aber meint, es mit uns als Mannschaft aufnehmen zu wollen…tja, Pech gehabt!
Wieder einmal wurde deutlich, dass Kommunikationsbeauftragte, Informationsmanager sowie Hockeyhuren, Geschädigte oder gar Beschädigte, Turnierleitung und Bankwärmer eine wundersame Symbiose vollziehen können und sich keines Mittelchens schämen, sich erfolgsbedingt zu blamieren. Aber der Reihe nach…
Freitag, später Nachmittag, erstes Spiel, kein Problem!
Einer fehlte, obligatorisch, es sollte das letzte Mal sein. Die restlichen Angekündigten rotteten sich kurz vor Spielbeginn vorfreudig und voller Erwartung auf das Danach auf dem heiligen Hügel zusammen, um sobald nicht wieder voneinander zu lassen. Der lange, fokussiert angetretene Weg Richtung Spielstätte sollte der letzte ruhige Augenblick der nächsten 48 Stunden sein. Jeder wusste es, keiner wollte es anders. Das Spiel endete ebenso souverän wie gewohnt engagiert durch eine beherzte Mannschaftsleistung mit dem nicht anders erwarteten Startsieg! Abgehakt, Bier bestellt, Bratwürste waren ja schon vernascht.
Freitag, früher Abend, zweites Spiel, Prestigeduell gegen Blankenese
Hier wurde dem einen Teil des unwiderstehlichen PPM-Trios (Peter, Paul and Murray) Tribut gezollt, seinen alten Mannschaftskollegen das Grinsen zu nehmen. Man glaubt es kaum, doch Pedro selbst funktionierte auf die Minute genau! Herrlicher Übersteiger ohne Umfaller, Körper gegen die Fliehkraft gestemmt, Enter-Taste gedrückt – da zappelte die Kugel im Netz: 1:0. Endstand 2:1, dank der letzten gelungenen Aktion des stürmenden Co-Trainers am gesamten Wochenende.
Das Feld war also bereitet. Jetzt konnte es richtig losgehen.
Doch gewohnt diszipliniert, durch seichten Druck des Trainers geläutert („Entweder Ihr geht jetzt schlafen und bereitet Euch anständig auf Morgen vor oder ich ziehe meine Ankündigung zurück und werde auch in der Halle den Chancentod geben!“), zogen die meisten recht missmutig von Dannen. Aber aufgepasst! Beständig mitgedacht sandte der gewiefte Taktikfux Manta 2 Mitglieder der Letzten-Kolonne Richtung Openingparty zwecks Irritation des gegnerischen Personals. Volltreffer, nicht nur in den Synapsen der beiden, was sich wie immer leistungsfördernd am nächsten Tage auswirken sollte, sondern auch in den Gedankenwirrungen der Kontrahenten. Unterschätzt zu werden, sollte eine unser gefährlichsten Waffen werden…
Samstag, seehr früher Morgen, es geht wieder los…
Nach kurzem, wie geistlosem Gedankenaustausch zwecks Offenbarung der eigenen Unzulänglichkeiten an morgendlichen Braindraindays, sollte alsbald der Puls austrainierter Astralkörper wieder Richtung Feuermelderfarbe hochgetrieben werden. Vertrautes Bild: Die Katze keucht, Murray zupft, Blacky schließt ab, kein Thema, kein Tor…Alles wie immer, denn endlich war auch das Turnier für unsere Krake eröffnet, der obligatorische Tunnel ward bis dato noch nicht gesehn - da isser. Und mit ihm die erste, unnötige Niederlage gegen Die Pfeifen. Abgehakt, Bier bestellt.
Samstag, zwischen den Zeiten, der Königsweg!
Kommen wir zu den eigentlich entscheidenden Minuten dieser aufreibenden Gruppenphase. Der Stift regierte, es war Rätsel-Zeit. Keine andere Begebenheit als das Turnierrätsel könnte so symptomatisch Die Letzten Herren beschreiben.
Unser Interimskapitän Krake erhielt die Blätter aus Gold. Musterung folgte „Warum, wieso, wasn das?“ Schnell wurde die Sache dem Kompetenzteam übergeben (sprich: Allen außer Herrn W. aus W., denn der wurde abgestellt zum Bierholen, was sich in der 3 und 5 Literfrage als Geniestreich herausstellen sollte). Jenes Kompetenzteam funktionierte angeführt vom allwissenden Informationsmanager bestens. Stakkatogehämmer pseudointellektueller Weisheiten durchschnitt die eigentlich friedlich, geistfreie Ruhe der angrenzenden Bierleichen. Schriftführer Otze krigglete unaufhörlich die altklugen Antworten der Teamoldies in dafür vorgesehene Spalten. Schneller Durchlauf bis… ja bis, die kommunikative Seite der Truppe gefragt war („Wie heißt die Mannschaftsführerin der Bunny's?“). Die kurze Ratlosigkeit endete in übereinstimmendem Fokus aller, mittlerweile wieder glasigen, Augen. Keine Diskussion, alles konzentrierte sich nun auf den dafür abgestellten Mann, welcher sich - seiner Verantwortung als Kommunikationsbeauftragter bewusst - der Aufgabe umgehend annahm. Wie nicht anders (oho!) zu erwarten, mit durchschlagendem und nachhaltigem Erfolg, welcher in jenem anscheinend die Hoffnung weckte, dass in diesem Jahr, an diesem Abend, hier in Hamburg-Marienthal auch endlich mal was gehen sollte. Wieselflink wie eh und je riss er Kilometer für Kilometer in sengender Hitze ab, aufopferungsvoll in Gedanken im Wohnwa… bei der Mannschaft!
Da das Motto unserer Truppe („Ausdauer, Intelligenz, Kraft, Schnelligkeit“) ungefragter Weise als Gesamtstatement der Turnierleitung übernommen wurde, sollte auch diese Klippe mit dezentem Rückenwind seicht umschifft werden. Das Interesse jedoch schwand mit steigendem Pegel, Sudoku sei dank.
Als andere Sachen, sprich: Flüssigkeiten, wichtiger geworden schienen, kam plötzlich die Turnierleitung in Form von Jens und Theo ins Spiel, was uns die Sicherheit eines gewissen Polsters ermöglichte. Clever den Zeitpunkt der Abgabe zwecks Verschleierung hinausgezögert, nahmen wir uns siegessicher wieder den eigentlich wichtigen Dingen des Wochenendes an, Steak im Brot und rotbraun gekühltem senkrechten Lächeln in Becherform. Wir wussten, mit dieser mannschaftlich geschlossenen Glanzleistung sollte es ganz schwer werden, uns zu überflügeln!
Samstag, mittlerweile 12 Uhr, Unsere Lieblingsgegner vom PHC warteten
Immer wieder grüßt die heilige Kuh. In jeglicher Form, meist mittels verheerend vernichtenden Wirrblicks á la Kaa. Angepeilt das linke, ungeschützte Schienbein, gern auch höher gezielt und tiefer ausgeführt. Allerdings prallten alle gegnerischen Abwehrversuche an der knallharten Körperspannung Murrays ab, die flugs von gegnerischer Seite zu einem brutalen Foul umgedeutet wurde. Immerhin wurde so nur der Schiedsrichter mit einer Fatwa belegt, während wir die Spielunfähigkeit aufgrund herumfliegender Hockeyschläger („Schwerter des Zorns“) nutzten, um die drei Punkte einzufahren.. Fast enttäuschend verletzungsfrei verließen wir irritiert den Kura1. Zum Glück Kura! Noch nicht ahnend, wie lieb uns die Punjabs einmal werden sollten…
Samstag, 14 Uhr, das Comeback
Die harte Arbeit hatte sich gelohnt. Stundenlange Gespräche der Letzten-Herren-Motivationstrainer mit den Kandidaten hatten endlich den Erfolg gebracht. Während sich andere Zuschauer nur in der Wirkung ihrer halluzinogenen Drogenverstärker bestätigt fühlten, war es für uns die Realität: Tatsächlich konnten die Letzten Herren mit dem Traumduo Oetken/Tischenrolf (Comeback nach 1569 Tagen wegen eines Risses der Motivationssehne im Hypothalamus) auflaufen. Dieser sensationelle Coup auf dem abgegrasten Transfermarkt war den Letzten von Experten nicht mehr zugetraut worden. „Erstaunlich, dass das Management nochmals im oberen Regal des Transfermarkts fündig geworden sind“, zollte selbst Tuckenkapitän Melchert Respekt. Ach ja, das Spiel? Die Beiden mal machen lassen, gewonnen, Kräfte für wirklich wichtige Spiele gespart, Bier bestellt. Hut ab.
Samstag, 17 Uhr, Skandalspiel
Die guten Leistungen der Letzten und insbesondere des Duos Oetken/Tischenrolf hatten sich schnell herum gesprochen. So wurde hinterrücks dem in solchen Sachen eher unerfahrenen Jonas Alkohol in seinen Apfelsaft getan. Das Resultat: Spielunfähigkeit infolge von Krämpfen. Weitere Ungerechtigkeit: Die Zehlendorfer Jungs konnten Hockey spielen und hatten auch noch Lust zu laufen. Immerhin konnten wir uns von solchen Ehrgeizlingen erfolgreich distanzieren. Kostenpunkt: Kernige Niederlage. Macht aber nix – denn hinten (z.B. beim Quiz) werden die Gänse fett...
Samstag, 18 Uhr, Langer Hafer
Endlich mal wieder ein virtuoses Spiel auf Nara. Wenn man glaubt, man hätte beim Hockey schon alles gesehen – nix da. Was man bei diesem Spiel gegen ein Mixed Team an motorischen Leckerlis beobachten konnte, würde jedes Lehrbuch füllen. Kann man aber auch kurz fassen. System: Langer Hafer von Otze. Taktik: Gib ihm. Würde man dieses Spiel auf Video mit klassischer Musik unterlegen und in Zeitlupe abspielen, ein neues weißes Ballet wäre geboren. Nun ja, vielleicht war die eine oder andere Netzhautpeitsche dabei, aber am Ende steht: Zweimal Menssi angeschossen („Locke Flanke, ich Schuss, Tor!“), zweimal Tor, knapp gewonnen. Frauen können schließlich auch ganz toll Hockey spielen (Anmerkung der Redaktion: der letzte Satz sollte sich auf die gegnerische Mannschaft beziehen).
Samstag, gefühlte Nacht, leider erst halb 8
Letztes Spiel der Letzten Herren, und so sah es auch aus.
Rezept: 1. Mitspieler anlächeln 2. Mitspieler bedeuten, dass man ihn gesehen hat, die Zeit für ein Anspiel aber noch nicht reif ist. 3. Ball dann doch so knapp an ihm vorbei spielen, dass er sich richtig zerlegt, um den Ball am Ende doch nur im Schläger des Gegners ankommen zu sehen. („Ball geht durch die eigene Abwehr wie ein Messer durch die heiße Butter“) 4. Danach Mitspieler beim Zurücklaufen anfeuern und nach gegnerischem Torerfolg für stümperhaftes Defensivverhalten rügen. 5. Spiel umgehend mit einem Dribbling gegen alle drehen. 6. Nach Ballverlust Verletzung und Foul vortäuschen. 7. Auf keinen Fall Defensivarbeit übernehmen. 8. Nach zweitem Gegentor wieder bei Punkt 1 beginnen. Zum Abschluss sicherstellen, dass Tischenrolf nach nunmehr vier Spielen genügend Sauerstoff bekommt. Fazit: Funktionierte einwandfrei.
Es war zum Davonlaufen, was einigen trotz langem Tag dann auch gelang. Endstand 1:7. Berechtigterweise wurden die letzten Hoffnungen zerbröselt.
Nach ausführlichem Tabellenwälzen und gescheiterten Bestechungsversuchen also die Ernüchterung, es sollte nicht gelangt haben. Platz 1 verschwand wie ein Regenbogen bei Sonnenuntergang.
Doch
als gerade alle niedergeschlagen, aber wie von Geisteshand durch die
unverwechselbaren Motivationskünste des Trainers dennoch halbwegs aufrecht gen
Bierstand taumelten, ertönte ein Urschrei aus dem LKW der Knight
Foundation für Recht und Verfassung. „Verrechnet, verrechnet!“ Da
war es wieder, das Rätsel!
5 verdiente Punkte alleine reichten zwar noch nicht zum Sieg, der Puma aber biss
zu. Seine Monsterblocks und Sprungaufschläge sollten neben der Bereitstellung
der Nachmittagsbelustigung, dem Roller, seine größten Beiträge zur unerwartet
erwarteten Eroberung des Treppchens gewesen sein. Unvorstellbar, unsere Katze!
Doch halt, das letzte Spiel unserer Gruppe lief ja noch! Und wie aus dem Nichts erwuchs es zum emotionalen und gesanglichen Höhepunkt. Die Bratwürste gegen Punjabi MC! Nie da gewesene Euphorie sprang in eine Stimmung über, die so nicht ansatzweise erwartet und in Zukunft sicherlich nicht wieder erreicht werden sollte. Unsere Freunde aus dem fernen Südosten wurden zu Helden. „Paaanschaaabbiiiii ohoooo, Paaaanschaaabiiiiii ohohohoooooooo!
Das zum Erreichen von Platz 1 nötige Unentschieden der Krummstockwarriors wurde mit allen Mitteln und dank Beeinflussung sowohl des Schiris, als auch der Uhr, gesichert und ausgelassen gefeiert. „Ein Spanferkel für die Punjabis!“
Es trat also doch noch ein, was eigentlich nicht sein durfte. Genauso ungläubig und entsetzt wie letztes Jahr, wurde der Einzug in die Finalrunde erst mit inhaltslosen Blicken zur Kenntnis genommen, welche aber mit jedem Schluck Kamu einem unwiderstehlichem Grinsen und einer (sieges-)trunkenen Gelassenheit wichen. „Finaaaleee ohooo!“ Unfassbar, aber verdient!
Samstag, zwischen 23 und 6 Uhr, Das Altbekannte, immer schön!
Wir haben einen Menschen gesehen, welcher schwankte und umsank. Die Leute versammelten sich um ihn, das ersparte uns und gab ihm den Rest. Wir haben vernichtet, was es zu vernichten gab. Geschlossen, mit einer Kehle und unwiderstehlich. Es gab Wohnwagen und Anrufe zu ungünstiger Zeit. Neue Gesichter, ungebetene Gäste und altbekannte Laufwege. Das Klo, die Theke, den Vorhof und die Hölle selbst. Das alles durcheinander, man ordnete sich wieder in Formation („sternförmig“). Fern klangen Musik und Stimmen, aber so fern. Zu viel, zu früh, jaja…Man kennt es, es wiederholt sich immergleich, immer schön! Blond gelockt, brünett streng mit Pferdeschwanz, Schwarz mit Thekengold. Alles da, alles weg, ab nach Hause.
Sonntag, extrem früher morgen, halb 11, Mannschaftsfrühstück.
Man roch herrlich, es roch herrlich! So, also hierher kommen die Leute, um zu leben, man würde eher meinen, es stürbe sich hier. Nach gefühltem Minusschlaf hatten sich die Aufrechten der Letzten zum Einstimmen auf die Finalspiele tapfer aufgerafft und stimmten sich stimmlos auf das Bevorstehende ein. Ist da, ist lange da, geht vorbei. Je nach Vorliebe wurden Mett, gefährliche Rühreier oder wahlweise auch 27 Brötchen in undefinierbarer Reihenfolge vernichtet. Auf geht’s!
Sonntag, nach dem ersten Klogang, ab nach hinten, sehen lernen
Man weiß nicht, was dort geschieht. Will man es wissen? Dank Dir, Sonnenbrille!
Seichtes
Dahinvegetieren umhüllt alle jene, die den Zelten entkrochen und den Weg
angetreten sind, die Kugel zu begleiten. Arme Schweine, die um 10 ran mussten.
Waren sie da? Uns egal, es zählte nur das Finale.
Vorbereitung kann man es nennen. Je nach Standpunkt auch Nachbereitung.
Durchhalten bis 2 Uhr. Langsam aber sicher trudelten sie wieder ein, die
Helden der Verbandsliga, die Protagonisten des Vortags, die Entrückten der
Nacht. Vollzählig! Eine unserer Stärken
sollte uns weiterbringen…
Sonntag, 14 Uhr, Thekengold dahin
Sorry, Oli, aber wir haben den Zeitplan nicht gemacht. So mussten „Die Tucken“ notgedrungen entscheiden, Thekengold oder Sport? Die letzten Zettel und Minuten sollten in jeglicher Hinsicht alles auf den Kopf stellen. Anscheinend eine schwierige Entscheidung, denn viele waren es nicht, die den Weg Richtung Platz 1 in roten Jerseys schafften. Die zwecks Auffüllung eingekaufte Frau wurde dann auch schnell eingeführt in die Machenschaften der Letzten. Umrennen und wahlweise fertig- oder anmachen. Beliebter Zeitvertreib, den keiner besser beherrscht als…ihr wisst schon!
Das Spiel an sich ist schnell erzählt, den Entstand wusste so genau keiner, doch eins stand fest: Sieg mit mehr Toren als „Is mir Latte“. Sensation! Ein Unentschieden sollte im letzten Spiel reichen. Illusorisch, in Anbetracht des Gegners!
Sonntag, 15 Uhr, Fast!
Da sind wir wieder! Und jährlich grüßen „Die Letzten Herren“! Es gleicht einer Sensation, doch abermals lockt das Finale. Bundes- gegen 3. Verbandsliga. Kaum vorstellbar, dass da was geht.
Doch von Beginn an scheinen uns die Jungs in Schwarz nicht wirklich ernst zu nehmen, ein Fehler! Denn es entwickelt sich das wohl beste Spiel des gesamten Wochenendes, und das nicht etwa dank der Zupfer der Latten, sondern dank eines Überangebots an Chancen für uns Letzte! Nicht zuletzt der Ellerbeker Rundschlag eines grandios aufspielenden Herrn M. aus dem PPM-Trio sorgt neben entartetem Juchzen auf den Tribünen (werbewirksam wie unser Kommunikationschef nun mal daherkommt, werden die einstudierten Pirouetten zielsicher auf der richtigen Seiten platziert!) spürbar für Entsetzen in den Gesichtern der bis zum Nervenzusammenbruch niedergerannten Black Allstars.
Und dann auch noch Das! Dank spidermanscher Selbstüberlistungstaktik des leicht indisponiert wirkenden Latte-Torwarts taucht auf einmal der Herr B. aus F. mit Duldungsrecht in H. frei vor dem Tor auf, stoppt die Kulle ungewohnt sicher und vollendet eiskalt. 1:0, unfassbar!
Die Blicke werden ernster, die Mienen unfreundlicher, Die Latten leider besser! Es kommt wie es kommen musste, 1:2, zu schnell. Aber nicht mit uns, die Letzten schlägt man nicht so im Vorbeigehen! Kampfgeist ausgepackt, wird zurückgeschlagen. Und tatsächlich, es fällt der Ausgleich! Wirrer Jubel wandelt sich in schwitzende Blicke auf die Uhr. Ein Abgesandter wird Richtung Spielleitung beordert zwecks Wahrung unserer (Heim-)Rechte. Ein fataler Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Unbewusst beeinflusste er die eingesprungene Zeitnehmerin dahingehend, das Spiel weiterlaufen zu lassen. Anders als besprochen! Nun ja, uns schwante Böses, es sollte weitergehen, für den Turniersieg benötigtes Unentschieden weiter verteidigt werden.
Alles steht und wartet mit hochgeschobenen Schultern, die Gesichter über die Augen zusammengezogen, auf den schrecklichen Schlag. Und?
118. Minute im Dortmunder Fifa-Stadion, Eckball von der linken Seite, zunächst abgewehrt, doch dann hat Pirlo... Moment! Falscher Spielbericht, wenngleich ähnliche Bedeutung und ähnlicher Ablauf.
Und wer war es? Genau! Der feine Herr Theo. Wer sonst. Das Schaf im Wolfspelz, den Gärtner zum Bock gemacht, der Blaue in Schwarz, der Theo im Fallen. Die Entscheidung! Doch was haben wir ebenfalls gelernt: Man kann auch als Verlierer ein Gewinner sein. Und wer will schon sein eigenes Turnier gewinnen??? Und da wir uns nun wirklich für keine Peinlichkeit zu schade sind, musste noch das Jubelprogramm abgespielt werden: Bowlingkugel, Diver, La Ola, Bierkrugstemmen, Mannschaftsfoto – das muss man erst mal schlagen.
Wie nicht anders zu erwarten war, wurde das Danach in einschlägiger Form gebührend abgerissen. Die letzten Reserven wurden mobilisiert, der Kader dank der nicht wirklich alltagstauglich erscheinenden, aus dem Nichts auftauchenden Altstars Zietz und Crone aufgebessert und die noch immer angeschlossenen Fässer des ständigen Begleiters Gerstensaft minutiös niedergerungen.
Was eigentlich schon vorher feststand wurde hier noch einmal zementiert:
Die Letzten Herren
Meister der Herzen 2006!